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"Financial Times Deutschland " schreibt am 19. Mai 2009 - "Holtzbrinck sucht Brieffreund" !!!

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck sucht einen Partner für ihr Post-Geschäft. Nach Informationen der FTD verhandelt das Stuttgarter Medienunternehmen mit dem niederländischen Postdienstleister TNT über eine Beteiligung an den Brieftöchtern des Verlags.

Holtzbrinck hatte im vergangenen September zwölf frühere Tochtergesellschaften des insolventen Briefdienstes Pin mit insgesamt rund 2500 Mitarbeitern gekauft. Zu den übernommenen Firmen zählen unter anderem die größte ehemalige Pin-Gesellschaft, die Pin Mail AG in Berlin, acht Gesellschaften in Brandenburg sowie ein Anteil am Freiburger Anbieter Arriva. Mit dem hierzulande größten privaten Post-Rivalen TNT versuchen die Stuttgarter nun offenbar, einen bundesweit aufgestellten Partner ins Boot zu holen. Nach FTD-Informationen steht eine Beteiligung von 50 Prozent an Pin Berlin sowie je einem Viertel der übrigen Brieftöchter zur Disposition. Bei Holtzbrinck war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen. Bei TNT hieß es lediglich, man führe ständig Gespräche mit verschiedenen Parteien, um Möglichkeiten auszuloten, die eigene Flächenabdeckung auszuweiten. TNT erreicht mit seinen Briefdienstleistungen derzeit knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte, kommt nach eigenen Angaben aber nur auf einen Marktanteil von rund drei Prozent. Mit einem Einstieg von TNT bei den Holtzbrinck-Töchtern würden die Niederländer nun trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal wieder in den politisch heiklen deutschen Postmarkt investieren, den die teilstaatliche Deutsche Post dominiert. Ende 2007 war die als Gemeinschaftsprojekt der Verlage Springer, Holtzbrinck, WAZ, Madsack und DuMont angelegte Pin Group zusammengebrochen. Als die Bundesregierung einen Mindestlohn von bis zu 9,80 Euro für Briefzusteller einführte, hatte Springer, nach dem Ausstieg der übrigen Gründer letzter Pin-Gesellschafter, den Geldhahn zugedreht. Der Ausgang der juristischen Auseinandersetzung um den Mindestlohn ist noch offen.

Dennoch kauften zahlreiche Verlage später einzelne Pin-Regionalgesellschaften günstig zurück - verfügen aber nun über kein nationales Verteilnetz mehr. TNT kooperiert bereits mit rund 130 regionalen Dienstleistern. Sie sichern TNT in einigen Regionen den Zugriff auf die "letzte Meile" zum Kunden - und wickeln über den Partner Teile ihres bundesweiten Geschäfts ab. Nun könnte TNT bei Holtzbrinck auch eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung mit den Briefdiensten eingehen. Allerdings wohl nicht um jeden Preis: Als Holtzbrinck 2007 seine Pin-Anteile an Springer abgab, kassierte der Verlag rund 167 Mio. Euro. Der spätere Rückkauf der Pin-Gesellschaften kam die Stuttgarter dem Vernehmen nach wesentlich günstiger. Der nun von TNT gebotene Preis soll noch einmal niedriger liegen. "Die bieten nur ein Butterbrot", verlautete aus dem Branchenumfeld.
Vor allem die Aussicht auf einen Wegfall des Mehrwertsteuerprivilegs der Deutschen Post dürfte das hiesige Briefgeschäft für private Rivalen wieder interessanter machen. Ab 2010 soll die Deutsche Post nach Plänen der Bundesregierung für ihre Dienste Mehrwertsteuer zahlen - was ihre Preise verteuern dürfte. "Der geschickte strategische Einkäufer schärft nun seine Waffen", sagte am Montag Axel Stirl, Geschäftsführer von Pin Mail Berlin. Berichten zufolge dürfte die Steuerentscheidung aber wohl nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode zustande kommen. Mario Frusch, Deutschlandchef von TNT Post, warnte am Montag vor einer Verzögerung: Die Umsatzsteuerregelung sei "eines der zentralen Wettbewerbshindernisse". Zusammen mit dem Mindestlohn und einer fehlenden Entgeltkontrolle der Post bilde sie einen "Giftcocktail" für private Postdienstleister.

Von Jennifer Lachman und Lutz Knappmann

Quelle: Financial Times Deutschland am 19. Mai 2009

Schlagworte: berlin, holtzbrinck, pin, privat, tnt, zustelldienst

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Kommentare zu diesen Artikel

Welchen Mindestlohn meinst Du denn ??? Den Mindestlohn welcher seit über ein Jahr ein Deutsches Gesetz ist und keinen interessiert oder den Mindestlohn den TNT selber eingeführt hat ???? Also den gesetzlichen Mindestlohn zahlt Holtzbrinck seinen PIN Mitarbeitern bestimmt nicht...!!!!

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Nach dem schockierenden Fersehbericht in "Report Mainz" habe ich so langsam keine Hoffnung mehr, dass auch nur ein einziges Unternehmen den Mindestlohn bezahlt... und hunderte Zusteller von privaten Unternehmen dem Arbeitsamt reichlich Besuch abstatten.

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Tja und das ist das Schlimme an der Sache: es interessiert kein Schwein. Nicht mal die Post und auch von Verdi hört man diesbezüglich gar nichts mehr. Es angagiert sich keiner, es geht niemand auf die Straße und die Mitarbeiter von PIN und Co. sind froh überhaupt eine Beschäftigung zu haben. Und das ist das Schlimme in unserer Gesellschaft, dass Menschen, die wirklich fleissig und hart arbeiten, für ihre Leistung nicht anständig bezahlt werden. Und bei der Post fordert ja der Vorstand auch Mehrarbeit für low. Aber sponsorn irgendwelche Autorennen und für unsere e-Bikes sind die Akku´s zu teuer.

Deutschland wach endlich auf. Lasst Euch von den Bonzen nicht unterkriegen. Eigenlich ist schon dreist, von Jemanden zu hören, dass wir Zusteller zu teuer sind, aber sich selbst millionenschwere Gehälter bezahlen. Damit muss Schluß sein !!!

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Da empfehle ich heute Abend bei Frontal 21 reinzuschauen.
Thema: Billiglöhne und Streikverbot
21 Uhr im ZDF

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Achim85 hat folgenden Kommentar geschrieben:
Da empfehle ich heute Abend bei Frontal 21 reinzuschauen.
Thema: Billiglöhne und Streikverbot
21 Uhr im ZDF

Na dann schauen wir uns das doch mal an !!! Ich werde heute mal noch was einrichten hier, wo man wichtige oder interessante Fernsehsendungen oder Kundgebungen ....wie auch immer ...reinsetzen kann.

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Also zum Thema Mindeslohn kann ich nur sagen, das ein Bekannter von mir bei der PIN Mail in Berlin arbeitet, und dieser verdient seine 9,80 Euro!

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Elchi hat folgenden Kommentar geschrieben:
Also zum Thema Mindeslohn kann ich nur sagen, das ein Bekannter von mir bei der PIN Mail in Berlin arbeitet, und dieser verdient seine 9,80 Euro!

Ja sicher !!! Der Berliner Senat hat der PIN Mail Berlin klar und deutlich gesagt....."zahle deinen Leuten die 9,80 Euro Stundenlohn wie es das Entsendegesetz vorschreibt, oder ihr seit den Senatsauftrag los" !!! Aber das ist eine einmalige Ausnahme bei der PIN Group und bei der Insolvenzmeldung der PIN Group, konnte es sich die PIN gar nicht leisten die Behördenbriefe in Berlin zu verlieren. Ich finde das vorgehen vom Berliner Senat absolut Lobenswert und wenn hier mal alle Behörden in Deutschland dieses durchsetzen würden, sehe es in der Zustellbranche bei den Stundenlöhnen bei weiten besser aus.

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"Handelsblatt" schreibt am 20. Mai 2009 hierzu:


TNT will mit Holtzbrinck kooperieren

Der niederländische Postkonzern TNT führt Gespräche mit der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck über eine „mögliche Partnerschaft“ im deutschen Briefgeschäft. Obwohl es nach wie vor keine fairen Wettbewerbsbedingungen im deutschen Postmarkt gebe, wolle TNT seine Position als alternativer Anbieter stärken.

Düsseldorf - „Wir sind in Gesprächen“, bestätigte Jochen Gutbrod, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe, in der auch das Handelsblatt erscheint. Er könne aber weder zur Form einer möglichen Zusammenarbeit noch zum Zeitplan Stellung nehmen. Ziel von TNT ist aber offenbar der Aufbau eines bundesweiten Zustellnetzes. Wegen des Post-Mindestlohns und der Umsatzsteuerbefreiung der Deutschen Post hatte TNT bislang einen Rückzug aus Deutschland angedroht. Nun ist TNT wieder auf Expansionskurs. Auch an der britischen Royal Mail will sich TNT beteiligen. Holtzbrinck hatte seine Beteiligung an der Pin Group an Axel Springer verkauft. Der Berliner Verlag ließ die Gruppe in Insolvenz gehen, woraufhin Holtzbrinck 2008 mehrere Töchter der insolventen Pin Group mit Gewinn zurückgekauft hat, unter anderem in Berlin. Laut Netzagentur beträgt der Umsatzanteil von TNT in Deutschland zwei Prozent im zehn Mrd. Euro schweren Briefmarkt. TNT Deutschland weist rote Zahlen aus

Von Axel Granzow und Hans-Peter Siebenhaar

Quelle: Handelsblatt am 20. Mai 2009

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