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"Welt Online" schreibt am 15. November 2008 - "Ver.di fordert 10 000 neue Briefträger" !!!

Probleme bei Zustellung entfachen Streit - Postchef bietet 1000 neue Stellen

Der Streit bei der Deutschen Post um die Briefträger nimmt an Schärfe zu. Postchef Frank Appel hat zwar angekündigt, 1000 neue Stellen zu schaffen, um damit die Personalknappheit in einigen Regionen zu beheben. Dies hält die Gewerkschaft Ver.di aber für viel zu wenig. "Wenn Herr Appel 1000 unbefristete Vollzeitstellen schaffen würde, dann hätte er genau ein Zehntel des Problems gelöst", sagte Ver.di-Bundesvorstand Andrea Kocsis der WELT. Sie ist bei der Gewerkschaft für die Post zuständig und sitzt zugleich im Aufsichtsrat des Unternehmens. Ver.di hat zuletzt die Einstellung von 10 000 neuen Briefträgern gefordert. Die Probleme in der Zustellung seien viel größer, als es der Vorstand einräume. Sie seien auch nicht auf einzelne Regionen wie Hamburg begrenzt, wie es die Post darstelle. Vielmehr gebe es bundesweit zu wenig Zusteller. Der Postchef hält dagegen. "Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht nötig, neue Briefträger einzustellen. Wir haben heute genauso viel Personal und genauso viele Briefe wie vor einem Jahr", sagte Appel am Rande einer Veranstaltung in Istanbul der WELT. Die Lage habe sich in den vergangenen Monaten nicht verändert. "Mit der Zusage für die 1000 befristeten Stellen will ich auf die Gewerkschaft zugehen und die Lage beruhigen", sagte Appel weiter. Im Norden Deutschlands haben zuletzt Haushalte in einigen Stadtteilen tagelang keine Briefe und Pakete bekommen. Briefträger schafften es etwa in Hamburg nicht, in der gesetzlich festgelegten maximalen Tagesarbeitszeit von zehn Stunden ihre Post überall in ihren Bezirken zuzustellen. Hinzu kommt ein ungewohnt hoher Krankenstand unter den Zustellern. Ver.di beklagt aber auch, dass durch neue Organisationsformen die Zustellbezirke für jeden einzelnen Postboten größer geworden sind und dass die Arbeit nun vielfach nicht mehr zu schaffen sei. Gespräche zwischen dem Vorstand und der Gewerkschaft sollen nun eine Lösung bringen.

Appel rief Ver.di zur Mäßigung auf: "Wenn wir so viele neue Stellen schaffen wie gefordert, dann steigen unsere Personalkosten um bis zu eine halbe Milliarde Euro. Bei einem zugleich schrumpfenden Briefmarkt können wir so etwas gar nicht verantworten", sagte er. Würde die Post diesen Weg gehen, riskiere sie auf lange Sicht im deutschen Briefgeschäft ein ähnliches Desaster, wie es der Konzern gerade in den USA erlebe. Dort zieht sich die Post nach aufgelaufenen Verlusten und Investitionen von mehr als sieben Mrd. Euro im Expressversand aus dem Inlandsgeschäft zurück.
Durch die Milliarden-Verluste in den Vereinigten Staaten und die Kosten für den Rückzug wird die Post in diesem Jahr ihren ersten Verlust seit der Privatisierung vor acht Jahren schreiben. "Über die Höhe dieses Verlustes werde ich mich erst äußern, wenn wir die Zahlen zum vierten Quartal 2008 vorliegen haben", sagte Appel. Erwartet wird ein Minus von mehr als einer Mrd. Euro. Dennoch will der Vorstand den Postaktionären für das laufende Jahr eine Dividende zahlen. "Derzeit spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, eine Ausschüttung mindestens auf Vorjahreshöhe vorzuschlagen", sagte Appel. Finanzieren wolle sie der Konzern aus den Barmitteln (Cash Flow). Für das nächste Jahr erwartet Konzernchef Appel eine deutliche Steigerung des operativen Gewinns. "Wir haben ungehobene Schätze in unserem Unternehmen. Damit ist ein riesiges Potenzial verbunden", sagte Appel. So traut er den Bereichen Transport, Logistik und auch Express außerhalb der USA hohe Gewinnsteigerungen zu.

Von Birger Nicolai

Quelle: Welt Online am 15. November 2008

Schlagworte: appel, einsparungen, post, ver.di

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Kommentare zu diesen Artikel

Vielleicht hätte ver.di mal vor den neuen Tarifvertrag das Gehirn eingeschaltet. Sicher wird die Post AG auch weiterhin einsparen auf Kosten der Mitarbeiter. Sehr oft bleiben Tarifkämpfe am Ende beim Service gegenüber den Kunden hängen, weil an anderer Ecke gespart wird. Dazu schaut ver.di seit Jahren untätig zu, wie die Post AG 400,- Euro Kräfte oder Mitarbeiter auf Zeit einstellt. Machen das andere Zustelldienste macht ver.di ein Riesen tamtam. Nun wo das Kind im Brunnen ersoffen ist dreht ver.di wieder an der Glocke !!!.........unglaublich !!!

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10000Leute??? Hallo wo lebt den Ver.di bitte? Wie soll ein Unternehmen auch wenn es so groß ist wie die Post bezahlen??? Besser währe z.B. die 400,00€ Kräfte auf voll zeit einzustellen. Da hat man schon mal Leute die wissen was sie da tun. Was Ver.di da fordert ist ja wohl der Lacher des Wochenendes.

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Das "Hamburger Abendblatt" schreibt am 18. November 2008 hierzu:


Ver.di: "1000 befristete Zusteller bei der Post reichen nicht"

Die Probleme in der Briefzustellung bei der Deutschen Post werden bundesweit andauern. "Die befristete Einstellung von 1000 Zustellern ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Wolfgang Abel, Hamburger Ver.di-Landesfachbereichsleiter und Mitglied im Post-Aufsichtsrat, im Gespräch mit dem Abendblatt. "Hamburg soll 90 Zusteller davon bekommen. Doch damit sind die Probleme noch nicht gelöst." Mittlerweile seien 300 000 Überstunden und 135 000 Resturlaubstage angefallen. Dies entspreche der Beschäftigung von 500 Mitarbeitern für ein Jahr. Die jetzt mit Ver.di für nächste Woche vereinbarten Gespräche zur Zustellproblematik würden zeigen, zu welchen substanziellen Zugeständnissen die Post wirklich bereit sei. Scharf wies Abel Vorwürfe des Post-Vorstandes zurück, der die Gewerkschaft und die Betriebsräte wegen des hohen Krankenstands für die Situation mitverantwortlich gemacht hatte. "Diese Behauptung ist so abenteuerlich, dass sie sich selbst diskreditiert. Wir haben die Probleme nicht verursacht, sondern nur darauf hingewiesen." Abel forderte den Post-Vorstand auf, den Briefbereich durch neue Produkte zukunftsfähig zu erhalten: "Das Zustelldesaster darf nicht von Dauer bleiben und zur festen Planungsgröße werden. Dies verschrecke die Kunden." Der Briefbereich sei unverändert der größte Gewinnbringer der Post. Er trage 40 Prozent zum Überschuss bei, während er nur 25 Prozent des Umsatzes ausmache. Der Rückzug der Deutschen Post aus dem nationalen US-Geschäft bereitete Abel angesichts der hohen Arbeitsplatzverluste von rund 14 000 Stellen "erstmals schlaflose Nächte". Gleichsam bezeichnete er die Konzernentscheidung als richtig. "Ein Fortführen des US-Geschäfts wie bisher hätte die Existenz des ganzen Konzerns gefährdet." Der Ausstieg hätte bereits Jahre früher erfolgen sollen. "Die Manager haben bei dem Desaster viel zu lange zugesehen." Abel lobte den Vorstandschef Frank Appel dafür, dass er das US-Problem "in seiner neuen Funktion schnell und konsequent korrigiert" habe. Die Internationalisierung des Konzerns sei für die Deutsche Post laut Abel "alternativlos": "Allerdings sollte die Post nicht versuchen, nationale Märkte zu erobern, auf denen sich bereits mehrere Platzhirschen tummeln." Kritisch bewertet Abel dagegen den Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank. "Obwohl die Postbank als eigene Marke fortgeführt werden soll, erwarte ich einen Abbau von Arbeitsplätzen." Allerdings besteht für die Mitarbeiter in den Filialen noch bis Ende Juni 2011 ein Ausschluss von Beendigungskündigungen, für Postbank-Mitarbeiter bis Ende 2012. Grundsätzlich wünscht sich der Post-Aufsichtsrat in dem Konzern eine stärkere Wertschätzung der Mitarbeiter. "In vielen Adern fließt ,gelbes Blut', da schon ihre Väter und Großväter bei der Post arbeiteten. Ihre Arbeit sollte wieder mehr gewürdigt werden." Unterdessen will Post-Vorstandschef Frank Appel an den Plänen zur Schließung sämtlicher eigener Filialen innerhalb der nächsten drei Jahre festhalten - und Postdienste zunehmend im Einzelhandel anbieten. "Die Kunden profitieren in der Regel von längeren Öffnungszeiten. Sie können ihr Paket oder ihre Briefsendung beim Zeitschriftenhändler etwa auch noch am frühen Abend oder am Samstagnachmittag aufgeben", sagte Appel der Deutschen Presse-Agentur. In Hamburg gibt es nur noch 16 Filialen, die von der Post betrieben werden.

Von Beate Kranz

Quelle: Hamburger Abendblatt am 18. November 2008

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"Hamburger Abendblatt" schreibt hierzu am 19. November 2008:


"Wir brauchen mehr Zusteller"

Post: Sieben zusätzliche Briefträger für den Bezirk Pinneberg


Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Ver.di kritisieren die "viel zu geringe Aufstockung" des Personals.
Für den Elmshorner Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (SPD) bedeutet die vom Postvorstand angekündigte Einstellung von bundesweit 1000 zusätzlichen Zustellern lediglich einen kleinen Schritt, um die Personalengpässe zu beheben. "Das ist für den Kreis Pinneberg nicht viel mehr als ein Tropfen auf einen lange noch heißen Stein", sagte der Politiker. In einem Gespräch mit den Ver.di-Gewerkschaftsvertretern Walter Lorenzen, Hartmut Köhne und Uwe Gier hatte Rossmann erfahren, dass für den Zustellbezirk Pinneberg lediglich sieben Briefträger zusätzlich zur Verfügung stehen werden. "Das reicht vielleicht gerade aus, um im anstehenden Hochbetrieb vor Weihnachten etwas Entlastung zu bringen", sagte Lorenzen. Benötigt würden jedoch fünf- bis zehnmal so viele Kräfte. Denn der Zustellbezirk umfasse den Kreis Pinneberg außer Schenefeld und Wedel. Hinzu kämen Teile des Kreises Steinburg. Der Betriebsratsvorsitzende der Kieler Niederlassung Brief bemängelt vor allem, dass die neuen Zusteller nur befristete Verträge erhalten sollen. Die Befürchtung des Gewerkschafters: "Nach einigen Monaten werden die Zusatzkräfte wieder freigestellt." Wie Rossmann setzen sich auch die Ver.di-Funktionäre dafür ein, deutlich mehr Briefträger dauerhaft zu beschäftigen. Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder zu massiven Ausfällen in der Briefzustellung im Kreis Pinneberg gekommen war, hatte Rossmann das Gespräch mit der Post gesucht.

Von Rainer Burmeister

Quelle: Hamburger Abendblatt am 19. November 2008

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Dieses Probleme lässt sich eigentlich ganz genau durchleuchten...
Es gibt bei der Post (eigentlich bei allen Zustellunternehmen) Mitarbeiter, die ihre Arbeit in Akkordzeit erledigen. Die z.B. ihre Pause weglassen, daheim schon genug frühstücken, damit sie unterwegs nicht mehr zum Bäcker müssen, weil das ja Zeit kostet...e.t.c. ist ja auch okay, wieso soll man sich nicht beeilen, wenn man sich den Feierabend selbst einteilen kann ..... Es gibt aber auch Zusteller die langsamer (normal) arbeiten, sprich ihre zustehenden Pausen einhalten, e.t.c. ... was ja auch komplett vollkommen in Ordnung ist.
So und nun zum Problem, dass daraus entsteht, b.z.w. in den letzten Jahren enstand:
Die "Bemesser" der diversen Bezirke sitzen am PC (haben selbst in aller Regel noch nie einen Brief zugestellt) und haben nun die Ankunftszeiten der schnellen Zusteller als Anhaltspunkt, b.z.w. es heißt dann "man kann Bezirk 33 (Beispiel) also bei mittelmäßigem Sendungsaufkommen in ca.4- 5 Stunden zustellen. Kommt aber jetzt ein Zusteller in diesen Bezirk, der "normal" und kein akkord arbeitet, kommt es zu den Problemen, die man immer öfter in den Medien zu hören bekommt. Die Leute schaffen es dann eben nicht in 4-5 sondern in 6-7 Stunden... wo wir beim Problem wären!!

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Sonnabends bald keine Post mehr?


Nur mit langfristigen Arbeitsverträgen für die Mitarbeiter sei die vor den Engpässen gewohnte Qualität der Briefzustellung zu halten, sagt der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD). Doch die Ver.di-Gewerkschafter befürchten Bestrebungen, die gewohnte Sechs-Tage-Woche abzuschaffen. Dazu könnte es kommen, nachdem bereits Ende Juli die Postuniversaldienstverordnung ausgelaufen war. In der gesetzlichen Regelung war unter anderem auch die Sonnabend -Zustellung festgeschrieben. Bei Verzicht darauf könnten bundesweit 15 000 Arbeitsplätze wegfallen, befürchtet Ver.di. Rossmann versprach, sich der Sache anzunehmen. Am Hermann-Löns-Weg in Rellingen gibt es dagegen die Fünf-Tage-Woche offenbar schon. Postkunde Rainer Tödter hat seit drei Wochen sonnabends keine Post bekommen.

bum
erschienen am 19. November 2008


http://www.abendblatt.de/daten/2008/11/19/974890.html

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Nie im Leben..

eher kommt die Sonntagszustellung.. zwar nicht in vollem Umfang, aber zum Beispiel Sonntagszeitungen zum Frühstück.

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